11/29/2006

Neue Umfrage: 28% der befragten Männer arbeiten mehr als 12 Stunden

"Japaner sind Arbeitstiere" sagt der Volksmund. Meiner Meinung nach ist dieses im ländlichen Raum weniger der Fall. Ganz grob gesagt kann man diesen Satz jedoch wohl so stehenlassen. Im Ausland kommt dieser Umstand besonders oft in seiner extremsten Ausprägung zum Ausdruck, dem Tod durch Überarbeitung (Karoshi: 過労死). An dieser Stelle habe ich über dieses Phänomen bereits gebloggt.

Wer mit Japanern zusammenarbeitet, stellt in vielen Fällen fest, daß sie "gerne" sehr lange im Büro verweilen -ohne sichtbar Ergebnisse zu produzieren. Ein Grund ist der -in Japan gesellschaftlich verankerte- Gruppenzwang nach dem Motto "Wenn mein Kollege/Chef nicht nach Hause geht, kann ich unmöglich selber aufbrechen".

Neue Umfrage zu Arbeitszeiten
So kann es dann auch schon mal vorkommen, daß man bis tief in die Nacht im Büro bleibt. Eine Unterfütterung für diese Aussage liefert eine am Sonntag dieser Woche veröffentlichte Studie des Research Institute for Advancement of Living Standards, eines japanischen Gewerkschaftsorgans.

Das Institut hat im September und Oktober dieses Jahres insgesamt 900 Arbeitnehmer(innen) befragt, die allesamt in der Privatwirtschaft tätig sind. 772 Menschen (85,8%) haben geantwortet.

Knapp ein Drittel der Männer arbeitet 12 Stunden und länger am Tag
Es kam heraus, daß 28% der beschäftigten Männer in Tokyo und Osaka 12 Stunden oder mehr am Tag in ihrer Arbeitsstelle verbringen. Unter den befragten Frauen war dieses bei lediglich 5% der Fall. Das Institut gab des Weiteren bekannt, daß bei den männlichen 30-40jährigen Arbeitnehmern sogar 33% die Hälfte des Tages oder mehr der Firma widmen.

Natürlich keine repräsentative Umfrage, der Indizcharakter ist aber mehr als deutlich. Man stelle sich eine solche Situation mal in Deutschland vor...

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